Montag, 31. Januar 2011

Die grosse Kilometerjagd

Kilometervergleiche unter Sportlern ist bei unseren Mitmenschen wohl so beliebt und trotzdem allgegenwärtig wie Autovergleiche unter den Tunern. Aber die Frage "Wer ist der Schnellste/Beste" und "Wer hat das Schönste/Grösste" hat uns wahrscheinlich schon am Lagerfeuer beschäftigt, als Homo Neanderthalensis die erlegte Beute angeschleppt hat - darum ist es wohl kaum aus dem Sport wegzudenken. Ich persönlich steh' nicht besonders auf die Prahlerei während Ausfahrten. Erstaunlicherweise sind nämlich immer die, welche "diese Saison erst 50km in den Beinen haben" diejenigen, die zahlreiche Sprints (=Jagden) initiieren und alle gewinnen (=die Beute erlegen) während ich nur noch keuchend dranhänge und hoffe die Gruppe vor dem Horizont mal wieder zu sehen (=rechtzeitig zum Knochen ablutschen ans Lagerfeuer zurück zu kommen).
Für mich ist der Blick in die Trainingskilometer Ende Monat jedoch ein Motivator. Denn unsinnigerweise gilt es genau im Winter die längsten Strecken zurückzulegen, um für den Sommer die Basis zu formen. Bei 0° C 3h draussen rumzupedalen ist nicht immer sehr angenehm und die Kilometer wollen richtiggehend verdient werden (=das blöde Wild rennt immer davon bevor ich mit den abgefrorenen Fingern den Pfeil hervorklauben kann). Darum find ich es cool mir zu überlegen, dass ich seit Trainingsbeginn im November die Strecke Zürich-Marseille zurückgelegt habe. In Marseille ist es bestimmt etwas wärmer als momentan hier und feines Essen gibt es auch. Das liesse sich gut aushalten!
Beruhigend ist auch, dass es meinen 4 Mitathleten nicht anders ergeht. Und auf ein "schlechtes" Training (=eine Jagd ohne Beute) folgt auch immer ein "gutes" Training. Und so radelt es sich noch etwas weiter - Richtung Süden, selbstverständlich! Und je weiter wir kommen, umso wärmer wird es.
Roll on! - Linda

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