Dienstag, 15. Februar 2011

Training by Terminkalender

Der Terminkalender ist dein bester Freund. Zumindest, wenn man wie ich 120% berufstätig, 30% fit, 100% vergeben und mehr als ein Facebookfreund ist. Die Trainingsvolumen sind jetzt auf das Maximum von bis zu 10h pro Woche angestiegen und schlechte Terminplanung zollt sofort Tribut - und wenn es nur ein genauso leerer Kühlschrank wie Magen ist. Meine körperliche Undehnbarkeit (ich komme nur knapp an meine Zehen!) zeigt sich ab und zu auch in diesem Spagat zwischen Beruf, Training und Freunden - aber wird genauso immer besser durch üben, üben, üben.
Jeder Wochenbeginn ist wie ein Scrabblespiel: Viele Buchstaben und wenig passende Plätze, wo man auch wirklich ein brauchbares Wort zusammenbekommt - oder eben alle Stückchen der 10h Training an den anderen Aktivitäten vorbeistopfen kann... Schnell lernt man, dass Indoor Training nicht nur den Vorteil hat, sich mitten im Winter in der Karibik zu wähnen, sondern auch die Startbereitschaft dazu etwas schneller erstellt ist (man rechne mal 6-10 Kleidungsstücke weniger, abzüglich Bike aus dem Keller holen und anschliessend waschen etc.)...! Und manchmal lässt sich Nützliches mit Praktischem verbinden und die lange Heimfahrt vom Feierabendbier (...ehem!) ... Büro... wird zur Trainingsrunde. Man lernt gut zu planen. Ja, man freut sich sogar wie ein Kind, dass sein erstes 4-teiliges Puzzle zusammengesteckt hat, wenn man noch ein "Loch" gefunden hat, um ein Training zwischen Beruf und Freizeit zu pressen!
In der Praxis sieht das z.B. so aus: Arbeiten bis 18.35 Uhr, 15min heimradeln, 5min umziehen,
 2min DVD-Player booten, 2min Film aussuchen, 1min Wasserflasche füllen, 1min Schuhe anschnallen. Training beginnen und realisieren, dass das Fenster noch nicht geöffnet ist, was zu einer extremen Überhitzung führen kann. Also wieder runter von der Rolle, Fenster öffnen, zurück aufs Rad. Neu starten. Feststellen, dass man bei dieser Aktion die Fernbedienung auf dem Fenstersims vergessen hat, also wieder...... Ihr wisst, was ich meine! Und plötzlich ist 18.35 Uhr + 12' + 10' + 1h Training + duschen nicht mehr 20 Uhr, sondern viel später... Wenn ich nicht fit werde, dann lerne ich in dieser Zeit wenigstens mich sehr höflich für meine Verspätung zu entschuldigen. :-) "Sorry, das Duschwasser hatte heute etwas länger zum Aufwärmen." Und je mehr ich plane umso genauer werde ich. Bzw. man lernt, nicht so knapp zu budgetieren - oder schneller zu radeln. ;-) Ich glaube meine Freunde sind sich auch schon den Spruch gewohnt: "Sorry, ich muss erst mal im Kalender dieser Woche schauen, wo es noch Platz hat. Aber Dienstag habe ich meist trainingsfrei."
An den trainingsfreien Mittagen/Abenden sollte dann das ganze restliche Leben (und Haushalt) stattfinden. Ich bin an solchen Tagen froh, einen "To Do"-Punkt weniger auf der Liste zu haben. Aber was sich sonst so angestaut hat, übt meist nicht einen grossen Reiz aus. Ich würde lieber die Beinen hochlagern und mit einem Buch in die Ecke sitzen, als den Posteingang in Rechnungen und Altpapier zu trennen oder die Coop-Kassiererin davon zu überzeugen, dass die Coop Trophy Punkte sicherlich auch unaufgeklebt gelten, zumal weder ich noch sie eine Aufklebkarte haben...
Aber ich will mich hier nicht beklagen - schliesslich haben wir es uns ja selbst ausgesucht. Wie in einem anderen Beitrag erwähnt: das gehört dazu, 95% ist Vorbereitung - oder wie Jan Ullrich mal gesagt hat: "Je mehr du im Training schwitzt, umso weniger blutest du im Wettkampf." Das ist sehr beruhigend - soviel wie ich momentan Indoor schwitze. :-D

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