Dienstag, 24. Mai 2011

Kleiner Rennbericht Europ. DH Cup Todtnau

Hallo Sportsfreunde, Linda hier! Die Zeit schreitet voran und es sind jetzt noch knapp 40 Tage bis zum Gigathlon. Wir sind alle mitten in der Vorbereitung und dem Training - und kommen kaum mehr noch zum bloggen. Patrik mischt beim Racer Bike und EKZ-Cup mit und ich rattere über Downhillkurse. Deshalb hier ein kleiner Rennbericht.

Dass der Europacup in Todtnau im Schwarzwald technisch und tricky werden würde hatte ich geahnt, aber trotz mentaler Vorbereitung stand ich Samstag etwas ratlos im Starthäuschen. Wo war denn hier die Chicken Line? (= Die Umfahrungsroute für Angsthasen.) ...und so erging es mir noch einige Mal. Es gab nur Eines: Augen zu und durch... Doch in den Trainings sowie der Quali wollte nichts klappen wie es sollte! Aber zum Glück sagt man ja: versaute Hauptprobe, super Premiere! Und so sollte es auch diesmal sein...
 
Am vergangenen Weekend habe ich einen der begehrten Startplätze in Todtnau bekommen. Im letzten Moment wurden die Teilnehmer noch auf 350 aufgestockt - obwohl über 800 teilnehmen wollten! Ich gehörte zu den "Glücklichen" - aber war mir dann plötzlich nicht mehr ganz sicher wie glücklich ich wirklich war... Die Strecke war mir nur flüchtig bekannt, aber schon berüchtigt. Als ich dann am Samstagmorgen zum ersten Mal darauf stand, wusste ich auch wieso: die Hindernisse! Zahlreiche Sprünge, mega ruppige Querwurzelpassagen, einige Steinfelder und -platten und zum Schluss ein saftiger Wiesenhang "zum Trampen" und ein Cross-Country-würdiger Aufstieg zum Dessert!
 
Trainingslauf für Trainingslauf tastete ich mich an die Strecke ran.
Anfangs noch teilweise (freiwillig) zu Fuss aber nach 6 Trainingsläufen war die Luft raus und alle "Herausforderungen" wenigstens einmal abgefahren. Die Quali war dementsprechend mittelmässig, zumal ich gleich am Anfang patzte und einen Fuss voll Dreck aus einer Kurve holte und auch noch von einer Fahrerin aufgehalten wurde, die 30s vor mir gestartet war.

Ich schmiedete grosse Pläne fürs Training Sonntagmorgen! Die Linie liess sich noch optimieren, was sich bei einem Fussmarsch bestätigte. Doch der Sonntagmorgen kam und die Pläne lösten sich in Luft auf. Die Herausforderungen waren gerade eher wieder "Hindernisse". Ich konzentrierte mich deshalb lieber auf meine alte Linie plus 2-3 Verbesserungen - es hatte nämlich inzwischen eh wieder neue Löcher in der Strecke.
Um 12:30:30 Uhr musste ich als Zweite ins Rennen, wieder 30s nach eine Fahrerin, die eigentlich 1,5min langsamer als ich war. Man rechne! Der Sprung nahezu aus dem Starthäuschen raus klappte diesmal, dafür war ich dann suuuper langsam in der ersten Kurve, fing aber die Konzentration wieder und brachte auch die erste Tretpassage anständig hinter mich. Meine Mitfahrerin holte ich dann im letzten Drittel ein - doch genau da stürzte sie nach einem Sprung direkt in die Steilwand... zum Glück hatte ich noch 1,5 Radbreiten zwischen Wand und ihr - denn anhalten hätte ich gleich da nicht mehr können. Auf dem Wiesenstück und dem Anstieg trat ich mir gefühlsmässig die Lunge aus dem Leib und kam mit der neuen Bestzeit ins Ziel. Somit durfte ich gleich im Hot Seat Platz nehmen, von wo aus ich dann das ganze Rennen betrachten konnte. Meine Zeit wurde bis auf eine Sekunde angenähert, aber nicht unterboten... und ich durfte bei meinem ersten Auslandrennen und zweiten Europacuplauf den "Pokal" (1/8 Cannondale-Rahmen) entgegennehmen!

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