Dienstag, 25. Januar 2011

Wasser

Wasser umgibt uns ständig; sogar wir selber bestehen ja bekanntlich zu mehr als zwei Drittel aus dem feuchten Element. Dennoch stehen viele Leute mit ihm auf Kriegsfuß, sobald sie es außerhalb eines Trinkglases oder nicht in Flaschenform vorfinden.

Auch ich kann ein Liedchen davon singen, dass der Kontakt mit H2O in vielen Fällen unerwünscht ist oder sogar absolut vermieden werden sollte. Was passierte, wenn mein Computer mit zu viel (d.h. mehr als in moderaten Mengen in Form von Dampf) in Kontakt käme, will ich mir gar nicht ausmalen...
In Alltagssituationen bin ich wohl eher der "aufgeschlossene Wassertyp": es ist wunderschön, in einem - nicht allzu kalten - Regenschauer joggen zu gehen. Die richtigen Kleider angezogen macht auch Rennrad-Fahren im Regen viel Spass - vom Biken im durchs Wasser verursachten Schlamm gar nicht zu sprechen! Ich mag das (manchmal kühle) Nass...

Schwimmen - meine Disziplin beim Gigathon - könnte man ohne schlechtes Gewissen als "Königsdisziplin des Wasserkontaktes" bezeichnen: wohl in keiner anderen Sportart ist man auf eine solch direkte Art mit der Sportumgebung verbunden.

Klar, wenn die Strasse oder der Weg beim joggen hügelig oder steinig ist, merkt man das; es schlägt sich auf die Lauf- oder die Ermüdungsgeschwindigkeit nieder. Die Strassenqualität merkt man auch gut beim Rennrad-Fahren, hinzu kommt da noch der Gegenwind, der einem durchaus zu schaffen machen kann - gleiches gilt fürs Inline-Skaten. Liegen viele Wurzeln oder Schlammlöcher im Weg, muss auch die Mountainbikerin kürzer, resp. langsamer treten oder zumindest viel besser aufpassen wohin sie ihr Gefährt steuert.

Die perfekte Wasserlage will geübt sein.

Schwimmen ist da jedoch ein bisschen anders: das Medium bleibt gleich - die zunehmende Dichte bei Wassertemperaturen, die sich 4C nähern, merkt man wohl kaum. Instantan und mit beinahe unerbärmlichen Direktheit kriegt man es jedoch mit, wenn man sich nicht optimal im Wasser bewegt. Haltungsfehler resultieren sehr direkt in einer reduzierten Geschwindigkeit, abnehmende Leichtigkeit des Schwimmens oder sogar in Rhythmusprobleme beim Atmen. Die Kopf-, Oberkörper- und Beinhaltung beeinflussen stark den Auftrieb und somit das Vorwärtskommen. Zu schnell kann es einem passieren, dass man sich selber ausbremst, wenn zum Beispiel der Körper nicht waagerecht genug im Wasser liegt...

Wer nun das Gefühl hat, ich beleuchte nur Negatives des Schwimmens und fokussiere zu sehr auf der Schwierigkeit desselben, der lese bitte weiter :-) (alle anderen natürlich auch!).
So ist Schwimmen eine Sportart, die - zumindest auf dem Niveau, in dem ich sie betreibe - sehr schnelles Feedback erlaubt. So gut ich merke, wenn ich nicht "richtig vorwärts" komme, so schön ist das Gefühl, wenn man wieder einen "Schritt" vorwärts macht mit der Technik: auf einmal stimmt der Atmungs-Rhythmus perfekt zu den Schwimmbewegungen. Plötzlich kommt man wieder ein wenig leichter vorwärts, weil sich die Körperlage ein bisschen verändert hat. Und auf einmal ist die Vorwärtsbewegung konstanter, da man die Bein- mit den Armbewegungen besser abgleichen konnte.



Solcher Erfolgserlebnisse wegen macht das Trainieren Spass! So schnell sehen, dass manchmal kleine Änderungen der Technik einen grossen Effekt haben können, konnte ich bis jetzt noch in keiner meiner "anderen" Sportarten... Frühmorgens ins Wasser zu steigen und seine Bahnen zu ziehen ist der perfekte Start in den Tag - man kann eintauchen in eine andere Welt, den Gedanken nachhängen und gleichzeitig spürt man seinen Körper und die Art, wie er sich im Wasser fortbewegt äusserst gut.

Ich mag Wasser und darin zu schwimmen!

Bis zum nächsten Eintrag hier auf dieser Seite.

Blue Skies!
Rolf

(c) Fotos unter Creative Commons: Bild 1 von Greg Maslowski, Bild 2 von grisei, Bild 3 von João Paulo Wadhoomall

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