So viel versprechend die Ausschreibung und Ankündigung desselben waren -
- Dauert von 0900 - 1600,
- Technikverbesserungen,
- Drei Coaches,
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| © Sligo Triathlon Club |
Da meine Technik noch ziemlich zu wünschen übrig liess, nutzte ich die Gunst der Stunde und verzichtete am Vormittag auf die Video-Analyse zwecks doppeltem Technik-Training. So kam ich in den Genuss von beinahe-Privatstunden und konnte maximal profitieren.
Was wurde hauptsächlich angeschnitten? Schwimmen - wie jede andere Sportart - besteht aus einem komplexen Bewegungs-Ablauf von verschiedenen Körperpartien. Es nimmt meines Erachtens auch hier wieder eine etwas speziellere Position ein, da ein besonders grosser Prozentsatz des Körpers beansprucht wird. Fangen wir unten an und arbeiten uns nach oben:
| © Paul Filmer |
- Füsse: Sind schlussendlich entscheidend, ob ein Schwimmer in der Lage ist, auch mit dem Unterkörper Vortrieb zu erzeugen. Sollten aktiv bewegt werden. Wie? Man spürt, wenn es richtig ist.
- Beine: Sind dazu da, die Füsse anzutreiben, den Körper bei der Rotation zu stabilisieren. Hauptsächlich werden die Oberschenkel beansprucht - die Unterschenkel führen die Bewegung weiter.
- Hüfte: Von da kommt ein Grossteil der Kraft - und somit des Schubes - für die Vorwärtsbewegung.
- Unterer Torso (Bauch): Wird bei der Beinbewegung automatisch gespannt und unterstützt aktiv die Beinbewegung.
- Rücken: Wird gleich mehrmals gebraucht, da beinahe alle anderen Komponenten daran anschliessen. Sollte hauptsächlich in der Längsachse rotieren.
- Arme: Erzeugen den Hauptschub beim Crawlen. Optimalerweise schwimmt man mit einer - von meinem Coach passenend - so genannten "Abklatsch-Technik", d.h. der eine Arm zeigt in die Schwimmrichtung solange bis der zweite Arm mit dem Zug fertig ist, über dem Wasser nach vorne bewegt wurde und wieder ins Wasser gleitet.
- Kopf: Optimalerweise ist der Kopf praktisch zu 100% unter Wasser während der Schwimmphase, um den Wasserwidersand zu minimieren. Nur beim Atmen dreht der Kopf - zusammen mit der Schulter und einer Ganzkörper-Rotation - zur Seite, um den Mund der Luft zu exponieren.
Vergleiche ich dies mit meinen anderen Sportarten, so finde ich bei keiner einen so grossen Prozentsatz an Körperpartien, die aktiv an der Fortbewegung beteiligt sind. Schwimmen ist also Ganzkörpertraining!
Wie ihr euch bestimmt denken könnt, haben wir im Kurs jedes der oben genannten Elemente mehr oder weniger genau beleuchtet. Resp. führten wir Übungen durch, die einzelnen Bewegungsabläufe schulten.
Wichtig beim Schwimmen ist ein gutes Körpergefühl - wir begannen also damit, zu spüren, wie wir uns im Wasser fortbewegten bei einfachem Gleiten. Dann gingen wir über zu der optimalen Beinbewegung: wie muss ich die Füsse halten, so dass die Effizienz maximiert ist?
Weiter war dann die Armbewegung in unserem Fokus: Wir übten die verschiedenen Phasen des Armzuges und machten uns bewusst, wo man am meisten verlieren kann, hält man seine beiden Hände nicht in der besten Position.
| © Total Immersion Europe GmbH |
Für mich als "Anfänger" ist dies noch immer ein Punkt, an dem ich noch viel arbeiten kann. Doch das Seminar hat mir nicht nur beim Atmen ermöglicht, meine Bewegungsabläufe genauer zu analysieren und zu erkennen, was ich wie ändern sollte.
Es wird selbst verständlich noch ein wenig dauern, bis ich die Verbesserungsvorschläge und den anderen Input verinnerlicht habe. Ich werde mir gerne diese Zeit lassen und solange üben, bis ich den "perfect flow" gefunden habe.
Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen diesen oder einen ähnlichen Schwimmkurs zu besuchen, falls er/sie vor hat, den persönlichen Schwimmstil zu verbessern.
| © Speedo |
Mein Fazit dieses Seminar betreffend ist eindeutig und absolut: ich bin begeistert von den grossen Fortschritten, die ich in dieser kurzen Zeit erreichen konnte und - ich glaub es selber kaum ;-) - noch motivierter als zuvor, mein Schwimmtraining weiter zu führen.
Ich wünsche euch allen da draussen so schöne Flow-Erlebnisse, wie man sie (auch) beim Crawlen haben kann!
Blue Skies!
Rolf

Also ich bin froh, darf ich von "meiner" Disziplin sagen: die ist nicht halb so kompliziert, auch wenn sie halb soviele Muskelgruppen beansprucht.
AntwortenLöschenIch kann dann abends am Gigathlon wenigstens noch die Gabel halten ohne den Muskelkater zu spüren. :-D
Aber das ist das Schöne am Gigathlon: jeder kann mit "seiner Lieblingsdisziplin" am selben Anlass und der Teamleistung teilnehmen.
Happy Trails! - Linda